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Vor dem ersten Besuch in einer Frauenarztpraxis sollten einige Dinge beachtet werden:

Gynäkologen wünschen sich, dass sich jedes Mädchen spätestens ab seinem 16. Geburtstag einer frauenärztlichen Untersuchung unterzieht.

Diese Untersuchung wird auf Krankenschein vorgenommen und dient dazu, die Gesundheit eines Mädchens festzustellen, Abhilfe bei menstrualen (monatlich) Beschwerden zu bringen und über eventuelle Fragen über die idealste Form der Verhütung aufzuklären.

Gerade im letzten Fall sollte ein Mädchen unbedingt seinen Freund zu dem Beratungsgespräche mitbringen; denn Verhütung geht beide an, auch wenn sich das Mädchen für die Pilleneinnahme entscheidet.

DAS sollte ich WISSEN!

Was Ärzte und Ärztinnen zu dieser Frage äussern, wird meist aus der Existenzfrage deutlich:

"Ein leerer Untersuchungsraum >KEIN GELD >KEINE PRAXIS"!

Daher muss jede*r Frauenarzt*in der Frau optimal versorgen und sie als Frau respektieren. Frauen jedes Alters, sollten sich ihren Arzt oder Ärztin sorgfältig auswählen, zu dem sie Vertrauen aufbauen wollen.

Nur der Arzt/-in dem man Vertrauen und offen reden kann, ist auch in der Lage kompetent eine Frau zu beraten.

Ob ein Mädchen zu einem Frauenarzt oder lieber zu einer Frauenärztin gehen möchte, kann es selbst entscheiden. Adressen stehen in den >>GelbenSeiten. Besser ist es, wenn (d)eine Freundin, Mutter oder Schwester eine*n Gynäkologen*in empfehlen kann.

Der Termin wird telefonisch vereinbart und muss spätestens einen Tag davor abgesagt werden, wenn du ihn nicht einhalten kannst.

Keinen Termin während der starken >>Menstruation vereinbaren, falls es nur wegen um die Vorsorge geht! Es ist allerdings wichtig, den >>Zykluskalender oder >>Regelkalender, in den die Daten der Periode eingetragen werden, mitzubringen. Gerade dann, wenn die Regel noch sehr unregelmässig ist.

An die >>fa43_Chipkarte der Krankenversicherung denken!

Alle Fragen sollten auf einen >>"Spickzettel" geschrieben vermerkt sein, damit man während des Arztgespräches vor Aufregung nicht das Wichtigste vergisst.

Vor der Untersuchung muss das Mädchen seinen Unterleib freimachen. Meist ist der Weg von der Umkleidekabine bis zum berühmt-berüchtigten Stuhl kurz, wirkt aber in diesem ungewohnt unbekleideten Zustand fast unüberwindbar. Ideal ist dann ein längeres >>fa10_T-Shirt, ein weiter Rock oder ein langer Pullover um sich nicht so nackt zu fühlen.

Wer Angst vor der Untersuchung hat, sollte den Arzt bitten, jeden seiner Schritte genau zu erklären. Die Untersuchung selbst ist möglicherweise etwas unangenehm, tut aber auf keinen Fall weh. Ist ein Mädchen noch Jungfrau, braucht es keine Angst zu haben, dass während dieser Untersuchung womöglich das Jungfernhäutchen verletzt wird.

Ein Frauenarzt unterliegt wie alle Ärzte der >>fa6_Schweigepflicht. Wenn ein Mädchen unter 14 Jahren die Pille verschrieben haben möchte, liegt es in Ermessen des Arztes, mit den Eltern darüber zu sprechen.

Fühlt sich ein Mädchen von seinem Frauenarzt nicht genügend beraten, unsanft behandelt oder nicht ausreichend informiert, ist das kein Problem, auf einen anderen Arzt "umzusteigen"!

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Kein (netter) Arzt wird etwas dagegen haben, wenn als seelische Unterstützung die Mutter, den geliebten Freund oder die beste Freundin mit ins Sprechzimmer kommt. Bei Fragen der Verhütung oder auch dann, wenn es um Probleme in der partnerschaftlichen Sexualität geht, sollte unbedingt der Freund mit in das Gespräch einbezogen werden.
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Nicht immer haben wir die Möglichkeit, frisch geduscht beim Arzttermin zu erscheinen. Aber jede Praxis hat eine Patiententoilette, auf der man sich "Frischmachen" kann. Saubere Unterwäsche ist ohne dies selbstverständlich. (evtl. frische Sachen mitnehmen)

Du hast ein Recht auf eine sachliche und höfliche Behandlung durch den Arzt/in und deren Mitarbeiter.

Der Arzt darf dich zu nichts zwingen oder oft unnötige Untersuchungen ("IGeL" - Individuelle Gesundheitsleistungen) vornehmen.

Sag dem Arzt immer, wenn Du Angst oder Bedenken hast oder dich schämst oder etwas nicht verstehst. Er/sie wird das verstehen und es dir erklären.

Die frauenärztliche Untersuchung dient ausschliesslich deiner Gesundheit. Deshalb kannst du bei Zweifel einer gestellten Diagnose immer einen zweiten Frauenarzt oder eine Fachklinik aufsuchen.

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"Spickzettel"

Warum ist meine Periode so lang / so kurz / so schmerzhaft?
Wieso habe ich bei jeder Periode Krämpfe?
Wie benutze ich Tampons richtig?
Wie kann ich eine Schwangerschaft sicher verhüten?
Ist die Antibabypille für junge Mädchen geeignet?
Welche Krankheiten kann ich mir beim Geschlechtsverkehr zuziehen?
Betrifft mich die Krankheit AIDS? Wie kann ich mich schützen?
Kann ich bei ihnen einen Aids-Test machen lassen?
Ist die Grösse meiner Brüste normal?
Was kann ich gegen Akne unternehmen?
Gibt es Alternativen zur Pille?

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PHOTO: Vor der gemeinsamen Entscheidung in Verhütungsfragen miteinander Sprechen. Das festigt die Partnerschaft, stärkt die gemeinsame Verantwortung.

Manchen Mädchen und Frauen ist es angenehmer, den Partner oder eine Freundin zum Termin beim Frauenarzt mitzunehmen.

Informiere Deinen Arzt darüber im Voraus bei der Terminabsprache am Telefon oder beim Betreten der Praxis bei der Anmeldung.

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Info: Manchmal ist es hilfreich, den Partner zum Arzt mitzunehmen - aber manchmal kann er auch ein offenes Gespräch verhindern.

Ärzte wissen jedoch, dass manche Männer allein aus Besitzgründen und zur Kontrolle bei der gynäkologischen Untersuchung dabei sein wollen oder Gespräche über sexuellen Missbrauch oder körperlichen Misshandlungen verhindern möchten.

Deinem Arzt oder Ärztin ist es aber vor allem wichtig, dass Du ganz ungehemmt sprechen kannst, und es ist seine / ihre Pflicht, Deine Intimsphäre zu schützen und die Vertraulichkeit zu wahren. Fass daher Mut, und lass den Arzt deshalb wissen, unter welchen Umständen Du Deinen Partner dabei haben möchtest - oder auch nicht.

Jeder gute Frauenarzt oder Frauenärztin wird es begrüssen, das der Partner mit in die Praxis kommt. Auch er sollte wissen, was dort passiert und welche Dinge zusammen geklärt werden können. Ob der Partner im Sprechzimmer des Arztes oder gar mit ins Behandlungszimmer kommt, entscheidet er und seine Partnerin ganz alleine. Verhütung geht BEIDE an. Jedes Mädchen / jede Frau entscheidet, ob er sie auch auf dem gynäkologischen Stuhl sehen und bei der Untersuchung zusehen kann.

Auch der Freund muss hören, was der/die Frauenarzt/in zu sagen hat. Weiss er/sie, dass Männer sich beim Sexualverkehr mit einer Krankheit anstecken können, ohne es überhaupt zu merken ? Damit ist nicht nur AIDS angesprochen. Auch über andere sexuell übertragbare Krankheiten wird der Arzt/in informieren. Viele dieser Krankheiten rufen beim Mann oft keinerlei Schäden hervor, doch er kann sie beim Geschlechtsverkehr unbeabsichtigt auf seine Partnerin übertragen, und bei ihr kann eine solche Krankheit dann grossen Schaden anrichten. Das geschieht häufig, bevor die betroffene Frau überhaupt merkt, dass sie sich angesteckt hat.

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Woher will ein Mädchen wissen, ob sich ihr Freund nicht bei einer früheren Freundin angesteckt hat und es nun von ihm bereits infiziert ist?

Wer seinem Freund eine verantwortungsvolle Sexualpartnerin sein will, muss ihm die Hälfte der Verantwortung für die eigene Gesundheit übertragen. Der Frauenarzt/in wird darüber Auskunft geben, wo ein junger Mann einige Tests, die der/die Gynäkologe/in bei Frauen durchführt, machen lassen kann, so dass bei beiden Gesundheit gewährleistet ist.

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Untersuchungsstuhl

PHOTO: Beispiel für einen Behandlungsstuhl

"Den grössten Horror hatte ich nicht vor dem Arzt, sondern vor diesem Stuhl. Ich hatte von Freundinnen gehört, dass man sich da nackt draufsetzen muss.

Ich habe mir das furchtbar vorgestellt - so richtig einem Fremden ausgeliefert!" (Tina, 15)

"Klar, locker nehme ich das auch nicht. Aber wenn du dich vorher informierst, was da alles so abläuft, ist die ganze Sache doch nicht so schlimm ..." (Lisa, 16)

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"Ich habe mich bei Freundinnen erst mal umgehört, zu wem sie gehen. ich habe mich dann für eine Frauenärztin entschieden. Bei der Frau ist mir die Sache nicht so unangenehm. Bei einem Mann hätte ich sicher viel grössere Hemmungen ..." (Helga, 15)

"Angela ist mit ihrer Mutter zum Gynäkologen gegangen. Das finde ich gut. Ist doch ein beruhigendes Gefühl, wenn jemand dabei ist, der genau weiss, wie das dort so ist ..." (Sabrina, 14)

Meine Mutter hatte leider überhaupt kein Verständnis, als ich ihr sagte, dass ich zum Frauenarzt will. Sie meinte, ich sei noch zu jung und würde ohnehin nur hingehen, um mir die Pille verschreiben zu lassen. So'n Quatsch. Denn erstens habe ich noch überhaupt keinen festen Freund, und zweitens wollte ich mich nur durchchecken lassen, weil meine Periode so unregelmässig kommt. Ich dache einfach, mit mir würde etwas nicht ganz stimmen ..." (Renate, 15)

"Ich hätte total Angst, dass der Arzt meinen Eltern erzählen könnte, dass ich schon mit einem Jungen geschlafen habe. Dann wäre bei uns zu Hause der Teufel los" (Ines,15)  Mentruationskalender

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