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Susann und Michael direkt schreiben! UpDate:.23.11.2016

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Schwangerschaft

Betreuung durch den Frauenarzt


BUCHAUSZUG
Schwangerschaft
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Aus: Eva Schindele, "Pfusch an der Frau". Krankmachende Normen, überflüssige Operationen, lukrative Geschäfte. Fischer Taschenbuch 12679, 1996. www.babyzimmer.de

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Gespannt verfolgte Kirsten, wie sich innerhalb weniger Sekunden ein deutlich roter Punkt auf dem Teststreifen zeigte. Damit hatte sich ihr Verdacht bestätigt. »Ich bin schwanger — und was nun?« Kirsten will auf Nummer Sicher gehen und meldet sich beim Gynäkologen an. Der wiederholt den Test, um die Schwangerschaft festzustellen. Er tastet ihren Bauch ab, untersucht sie vaginal. Es tut ihr weh. Aber bevor sie noch etwas sagen kann, spürt sie schon das kalte Gel auf dem Bauch.

Der Doktor lenkt ihren Blick auf den flimmernden Monitor des Ultraschalls. Er erklärt ihr das Bild. In den Umrissen erkennt sie ein ballähnliches Gebilde. Der Arzt interpretiert: »Das ist Ihr Kind. Wollen Sie ein Bild von ihm mitnehmen?« Kirsten nickt. Ihr »Kind«, 1,4 Millimeter gross, in vielfacher Vergrösserung. Ist es wirklich ihr Kind? — Der Gedanke ist ihr mit einem Mal fremd und erschreckend, und das, obwohl sie und ihr Partner sich doch ein Kind gewünscht haben. Aber so plötzlich! »Freuen Sie sich denn nicht?« hört sie den Doktor sagen. Und als sei diese Frage schon zu persönlich gewesen, fängt er an, ein Sortiment von Untersuchungen aufzuzählen, die in den nächsten Monaten auf Kirsten zukommen werden. Urin- und Blutkontrollen, Krebsvorsorge, Ultraschall und Fruchtwasseruntersuchung. Anschliessend stellt die Arzthelferin einen Mutterpass aus. Neun Monate lang sollen darin fein säuberlich jede Untersuchung und jedes Risiko dokumentiert werden. Damit ist Kirstens Schwangerschaft aktenkundig. »Ich fühlte mich völlig überrumpelt und dachte, ich verliere den Boden unter den Füssen«, kommentiert Kirsten ihr Erleben in den folgenden Wochen.

Die neun Monate der Schwangerschaft sind eine Zeit des Übergangs, des Werdens und Wachsens: Eine Frau wird zur Mutter, ein Embryo zum Kind. Körper und Seele der Frau müssen sich umstellen. Vor allem die erste Schwangerschaft ist eine Zeit des Umbruchs und der Suche nach neuer Identität. Oft wechseln in diesen Monaten Freude, Unsicherheit und Angst vor dem, was auf einen zukommen mag, einander ständig ab. Wie werde ich es schaffen mit Kind und Beruf? Wird sich meine Beziehung zum Partner verändern?

Wie werden wir den Alltag bewältigen? Gerade in der Frühschwangerschaft sind Frauen äusserst ambivalent in den Gefühlen für die »anderen Umstände«. Es mangelt ihnen an Erfahrung, sie kennen kaum Vorbilder und haben vielfach weder Ort noch Gemeinschaft oder Familienverband, die sie auf diese Zeit im Leben vorbereiten. Sie suchen nach Struktur und Orientierung und haben grosse Angst, Fehler zu machen. »Sie wollen es richtig machen, aber wissen nicht, wie«, schreibt die Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Beck-Gernsheim, »also greifen sie zunehmend zu dem, was gewissermassen in der modernen Gesellschaft Religion und Tradition ersetzt: die Anweisung der Experten.«

Schwangere Frauen suchen Zuwendung und Halt und wenden sich mit diesem Wunsch an den Gynäkologen oder die Gynäkologin. Die wiederum verstehen aber ihre Aufgabe nur zu oft ganz anders. Sie definieren die »anderen Umstände« als einen höchst gefährlichen biologischen Zustand, der von der Medizin unter Kontrolle gehalten werden muss. Mit detektivischem Blick fahnden sie neun Monate lang nach Risiken oder Abweichungen von der Norm. Wo die Frau das Gespräch sucht, winken sie mit ihren Apparaten. Dabei nehmen viele Mediziner den Fötus ins Visier und vergessen die Schwangere. Kirsten, inzwischen im achten Monat: »Er nimmt mich gar nicht wahr und fühlt sich nur als Beschützer des Kindes.« »In guter Hoffnung sein« ist aus der Mode gekommen. Schwangerschaft ist seit Ende der 70er Jahre als Risiko definiert, was den Hinweis beinhaltet, das Risiko könne, wenn die Frauen sich in permanente medizinische Kontrolle begeben, ausgeschlossen werden. »Ein Irrtum«, meint der WHO-Beauftragte Marsden Wagner. »Schwangerschaft und Geburt sind von der Medizin nicht völlig zu beherrschen.« Wie andere lebendige Prozesse birgt auch die Schwangerschaft Überraschendes, Unvorhersehbares und Schicksalhaftes in sich.

Auch schwangere Frauen sehen ihre »anderen Umstände« oft nur noch unter dem Blickwinkel von Störung und Komplikationen. wobei sie die Risiken beträchtlich überschätzen. Doch bei jedem Arztbesuch wird das Risiko aufs neue hergestellt, um gleichzeitig ausgeschlossen werden zu können. Sich immer wieder der eigenen Funktionstüchtigkeit versichern zu müssen verunsichert. So vertrauen immer weniger schwangere Frauen ihren urweiblichen körperlichen Fähigkeiten. Dafür um so mehr dem Gynäkologen. Eine Beobachtung, die auch Jürgen Collatz, Medizinsoziologe an der Medizinischen Hochschule Hannover, in einer Studie gemacht hat: »90 Prozent der Schwangeren halten nicht sich, sondern den Gynäkologen für den kompetenten Entscheidungsträger.«

Dagegen weiss die Bremer Psychologin und Geburtsvorbereiterin Ulrike Hauffe: »Eine Schwangerschaft, die gut verläuft, ist eine, in der eine Frau mit sich selber in Zwiesprache steht.« Doch davon ist die »moderne Schwangere« oft weit entfernt. Immer mehr schiebt sich die Apparatur zwischen sie und das Kind in ihrem Leib. Sie erlebt das Du in sich nicht mehr als eine innere Bewegung, als ein Klopfen, Strampeln oder Rülpsen, sondern als eine verschwommene Gestalt auf dem Monitor »Manchmal winken sie dann diesem Bild zu«, beschreibt Ulrike Hauffe die Haltung. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die risikoorientierte Schwangerenvorsorge die Frauen eher davon abhält, auf ihre eigene innere Uhr zu hören. Zunehmend fühlen sich Frauen fremd in ihrem wachsenden Leib und können die seelischen und körperlichen Veränderungen nicht in ihr Selbstbild integrieren. Statt die Frau in ihrer Potenz, Kinder zu gebären, zu bestätigen, tut die Überwachungsmedizin alles, um dieser Stärke den Anschein von Schwäche zu geben. Mit Erfolg. Schwangere Frauen sind bereits so verunsichert, dass schon kleinste körperliche Veränderungen, ein Stirnrunzeln des Gynäkologen beim Ultraschall, unklare Eintragungen im Mutterpass oder Verdachtsdiagnosen zu panischen Ängsten führen können. So kann es schnell passieren, dass sie sich immer mehr in das Netz medizinischer Versorgung verstricken.

Von vielen Frauen als frühzeitiges Babyfernsehen umjubelt und vom Gynäkologen als diagnostisches Instrument eingesetzt, produziert zum Beispiel der Ultraschall viel Ungewissheit. »Es gibt so viele Variationen zum Normwert«, sagt der Göttinger Gynäkologe Peter Hegenscheid, sind jede kleinste Abweichung beängstigt die Schwangere.« Da ist entweder das Köpfchen zu klein, oder der errechnete Entbindungstermin stimmt nicht mit dem Entwicklungsstand des Fötus überein, oder es wird eine Missbildung vermutet. So wie bei Angelikas Ungeborenem: Bei einer Routineuntersuchung in der 35. Woche hatte der Arzt einen Verdacht auf Nierenmissbildung. Sofort wurde Angelika ins Krankenhaus überwiesen. »Zwei Tage lagen zwischen Ultraschall und Kaiserschnitt, Tage, in denen ich unsagbare Ängste ausstand, mein Kind zu verlieren. Unmittelbar nach der Geburt wurde mir das Neugeborene weggenommen und fünf Tage in der Kinderklinik unter Verschluss gehalten.« Für Angelika und vermutlich auch für ihr Kind — das noch unreif ans Licht der Welt gezerrt wurde, obwohl es völlig gesund war - eine traumatische Erfahrung.

Hierzulande wird die Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaft weltweit am meisten eingesetzt. Achtmal im Schnitt, mitunter sogar bei jedem Vorsorgetermin. Eine lukrative Angelegenheit. Als im vergangenen Jahr die Krankenkassen bei Normalschwangerschaften pro Quartal nur noch einen Ultraschall zu bezahlen bereit waren, bliesen die niedergelassenen Gynäkologen zum Kampf. Sie verteilten Flugblätter an die Schwangeren: »Wir verteidigen Ihr Recht auf Ultraschallvorsorge«, hiess es darin. Aber dass in Deutschland »viel zu oft und dabei zuwenig qualifiziert« sonografiert wird, kritisieren selbst Ultraschallspezialisten wie der Hamburger Professor Bernhard Hakelöer.

»Mal schauen, ob alles in Ordnung ist.« Das ist der Spruch, der Frauen durch die »moderne« Schwangerschaft begleitet. Viele Frauen glauben, dass sie besonders fürsorglich oder verantwortungsbewusst handeln, wenn sie die ganze Palette der Untersuchungen wahrnehmen. Doch das ist ein Irrtum. Die Schere zwischen Diagnostik und Therapie klafft immer weiter auseinander. Die heutige Medizin kann zwar viel an Normabweichungen oder Krankheiten entdecken, aber nur sehr wenig heilen. Das gilt sowohl für die mit Ultraschall diagnostizierten Missbildungen als auch für den genetischen Check-up mit Hilfe der Fruchtwasseruntersuchung oder der Chorionbiopsie.

Frauenärzte bieten mittlerweile jeder Frau ab 35 und zunehmend auch jüngeren Schwangeren die Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionbiopsie als genetischen Service an. Oft ohne umfassend darüber zu informieren. So wissen die wenigsten Schwangeren, dass dieser Eingriff invasiv ist, das heisst, dass mit einer langen Kanüle durch die Bauchdecke der Frau gestossen werden muss, um ans Fruchtwasser oder Choriongewebe zu kommen. Eine Situation, in der viele schwangere Frauen die Zähne zusammenbeissen aus Angst, ihr Kind im Leib könnte von der Nadel verletzt werden. Ausserdem sind Frauen oft nicht darüber informiert, dass die Untersuchung auch eine Fehlgeburt oder Komplikationen wie zum Beispiel Verlust von Fruchtwasser oder Blutungen provozieren kann. Ebenso wissen viele Frauen nicht, dass mit dieser Untersuchung nur die wenigsten Behinderungen überhaupt erkannt werden können. »Frauen lassen die Fruchtwasseruntersuchung machen, weil sie ein gesundes Kind haben wollen, meist ohne die Konsequenzen mitzubedenken«, ist die Erfahrung von Birgit Herdt. Sie ist Mitarbeiterin bei »Cara e. V.«, einer unabhängigen Beratungsstelle zur vorgeburtlichen Diagnostik in Bremen. »Viele Frauen überschätzen das genetische Risiko total«, meint Birgit Herdt. »Die allermeisten Behinderungen kommen doch während der Geburt oder durch Frühgeburtlichkeit zustande.«

Zunehmend kommen Frauen, zum Teil auch mit ihren Partnern, zu »Cara«, weil sie sich hin und her gerissen fühlen zwischen dem, was heute an fötalem Check-up als vernünftig angesehen wird, und ihren Gefühlen für das Ungeborene. Birgit Herdt: »Frauen und ihre Partner haben bei uns Raum, über das Ja, aber auch das Nein zur wert sehr umstritten. Dieses Beispiel zeigt, wie neue Diagnosemethoden neue Massstäbe für die »Normalität« eines Kindes erzeugen. Zukünftig gelten vielleicht auch schon Ungeborene, bei denen eine genetische Disposition für Herzinfarkt, Brustkrebs oder Homosexualität diagnostiziert worden ist, als krank und damit als nicht lebenswert.

Was heute manche Frauen als einen emanzipatorischen Akt der Familienplanung sehen, der inzwischen nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität des Nachwuchses erfasst, erleben andere Schwangere bereits als sozialen Druck, diese Untersuchungen über sich ergehen lassen zu müssen. Schliesslich wollen sie in den Augen der anderen nicht als sozial unverantwortlich gelten. Doch egal, wie sich schwangere Frauen verhalten, sie werden immer die »Schuldigen« sein, ob sie nun ein Kind mit Down-Syndrom auf die Welt bringen, aufgrund des Eingriffs eine Fehlgeburt haben oder nach Vorliegen eines Befundes einen Schwangerschaftsabbruch machen lassen. Die meisten Frauen entschliessen sich unter dem Schock des Resultats zu einem Abbruch aus sogenannter »kindlicher« Indikation, der bis zur 24. Schwangerschaftswoche gesetzlich erlaubt ist und nach der neuen Rechtsprechung weiterhin bezahlt wird. In der Regel ist dies eine seelische und körperliche Tortur, die nicht vergleichbar ist mit einem Schwangerschaftsabbruch in der achten oder neunten Woche. Immerhin ist es die Frau selbst, die dieses Kind mit Hilfe von wehenfördernden Mitteln aus ihrem Körper stossen muss. Die wenigsten Frauen wissen, dass dieser Fötus wimmernd, atmend und strampelnd auf die Welt kommen kann. Hinterher, so belegen mehrere Studien, ist dieses »totgeborene Kind« nicht, wie viele Frauen hoffen mögen, aus der eigenen Biographie radiert. Die meisten Frauen reagieren noch Jahre später mit schweren Depressionen und psychosomatischen Beschwerden.

So paradox es klingen mag: Die risikoorientierte Schwangerenvorsorge erzeugt nicht nur neue Entscheidungskonflikte und neue Unsicherheiten, sondern verstärkt auch Risiken. Mütterliche Erkrankungen wie vorzeitige Wehen, Frühgeburtlichkeit im zweiten Drittel der Schwangerschaft oder Bluthochdruck (Gestose) im letzten Drittel der Schwangerschaft sind rasant auf dem Vormarsch.

(Immerhin macht die Frühgeburtlichkeit 75 Prozent der perinatalen Sterblichkeit aus.) Die gängige Schulmedizin reagiert darauf bislang nur mit sehr schematischen Therapien. Ohne nach der Lebensgeschichte der jeweiligen Frau zu fragen, behandelt sie mit wehenhemmenden Mitteln, verordnet absolute Bettruhe, weist Frauen ins Krankenhaus ein und überwacht sie permanent mit dem CTG (Herztonwehenschreiber) oder mit Ultraschall. Der Erfolg ist gering. Die Bremer Frauenärztin und Psychotherapeutin Edith Bauer: »Statt gebannt auf das CTG zu starren, sollten die Kollegen mehr mit den Frauen reden und sie ernster nehmen. Das würde die Symptome schon sehr mildern.« Edith Bauer hat zusammen mit der Frauenärztin Mura Kastendieck, einer Psychologin, mit Hebammen und Geburtsvorbereiterinnen ein ganzheitlich orientiertes Konzept der Schwangerenbetreuung entwickelt. »Die Frauen sollen sich bei uns so aufgehoben fühlen wie in einem Nest«, sagt Edith Bauer und erzählt von ihrer Beobachtung, dass viele der Frauen, die vorzeitige Wehen entwickeln, ihre Körpersignale nicht (mehr) wahrnehmen können. »Wir sehen die vorzeitigen Wehen als eine gesunde Reaktion auf eine Konfliktsituation und versuchen mit der Frau gemeinsam diesen Konflikt herauszufinden.« Immer weniger schwangere Frauen finden heute eine Brücke zwischen ihrem Wunsch nach Aktivität und dem gleichzeitigen Bedürfnis nach Passivität und »Geschehenlassen«. Sie richten an sich selbst den Anspruch zu funktionieren, und die Schwangerenvorsorge mit ihrem medizinischen Blick auf die »Apparatur Frau« fördert diese Haltung. »Wir dagegen reden mit den Frauen und ermutigen sie, mit Hilfe meditativer und körperlicher Übungen wieder auf ihre eigenen Körpersignale zu hören und ihrem Körper zu vertrauen.« Mit viel Erfolg. In den letzten Jahren hat keine einzige Frau, die in dieser Praxisgemeinschaft betreut wurde, ihr Kind wesentlich zu früh geboren.

Immer mehr Schwangere suchen nach Alternativen zur »Überwachungsmedizin« während der Schwangerschaft. Christa, schwanger mit dem zweiten Kind: »Ich brauche nicht jemanden, der meinen Bauch verwaltet, sondern eine erfahrene Gesprächspartnerin.« Doch solche Unterstützung zu finden ist vielerorts nicht so einfach.

Die oben beschriebene psychosomatisch orientierte Praxisgemeinschaft ist bundesweit bislang so gut wie einmalig, und die niedergelassenen Hebammen sind von den Gynäkologen weitgehend verdrängt worden. Erst seit einigen Jahren sind sie überhaupt berechtigt, Schwangerenvorsorge zu betreiben. Seither sind in manchen Orten freie Hebammenpraxen entstanden. So betreibt Rita Kamprad in Bremen in einer gemütlich eingerichteten Altbauwohnung mit fünf Kolleginnen eine Hebammenpraxis. »Wie es der Frau und ihrem Kind geht, erfasse ich mit meinen Sinnen«, sagt sie und erklärt, wie sie Spannungen im Leib der Frau ertasten kann. »Viele Frauen gehen inzwischen abwechselnd einmal zu uns und einmal zum Gynäkologen zur Vorsorge; manche kommen nur noch zu uns.« Viele Frauen schätzen die kontinuierliche Betreuung durch die Hebamme vor, bei und nach der Geburt. Gerti: »Ich fand toll, dass meine Hebamme zu mir nach Hause kam, als ich mit dem Stillen nicht zurechtkam und mein Kind nur schrie.«

Auch die rund 30 Geburtshäuser, die seit Beginn der 80er Jahre als Alternative zum Klinikkreisssaal gegründet wurden, richten inzwischen immer mehr Augenmerk auf die Begleitung der schwangeren Frau (Adressen im Anhang). Die Hebamme und Ärztin Anna Roeckel-Loenhoff vom Geburtshaus in Unna: »Eine Frau, die die ganze Schwangerschaft über entmutigt wird, hat's dann auch schwer, den Mut für eine natürliche Geburt zu finden.« Anna Roeckel-Loenhoff will vor allem die eigenen Kompetenzen der Frau stärken und verhindern, dass aus Schwangeren Risikoschwangere werden. Ihre Erfahrung: Wenn die Frauen während der Schwangerschaft kein Zutrauen entwickelt haben, haben sie es auch oft schwer, sich mit dem Säugling zurechtzufinden, und werden so zu Dauerpatientinnen beim Kinderarzt.


Schwangerschaftsbetreuung durch den Frauenarzt
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www.annahospital.de

Bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft sollten Sie sich die Frauenärztin oder den Frauenarzt Ihres Vertrauens ausgewählt haben.

Diese/diesen sollten Sie ganz besonders während Ihrer Schwangerschaft als Partner nicht nur in medizinischen Fragen betrachten, um dem natürlicherweise in der Schwangerschaft wachsenden Bedürfnis nach Sicherheit und Vertrauen gerecht zu werden. Darüber hinaus wird Ihnen die Möglichkeit geboten, sich neben den ärztlichen Untersuchungen in der Schwangerschaft zusätzlich von einer Hebamme mitbetreuen zu lassen.

Über diese unseres Erachtens wesentliche Bedeutung Ihrer Frauenärztin bzw. Frauenarztes als fachlicher Begleiter hinaus, hat sie/er die Aufgabe, die vorgeschriebenen Untersuchungen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge durchzuführen, um so Schwangerschafts- und Geburtsrisiken so niedrig wie möglich zu halten. Der werdenden Mutter wird ein Mutterpass ausgestellt, in dem alle wichtigen Untersuchungsergebnisse festgehalten werden.

Hierzu gehören zunächst die Feststellung der Schwangerschaft nach Ausbleiben der Regel, die Festlegung des vermutlichen Entbindungstermines und den Ausschluss ggf.. die Behandlung wichtiger mütterlicher Erkrankungen. Wenn Sie das Gefühl oder die Vermutung haben, schwanger zu sein, ist es ratsam, möglichst früh Ihren Frauenarzt aufzusuchen. Dieser kann so feststellen, ob die eingetretene Schwangerschaft richtig angelegt ist und gemeinsam mit Ihnen den voraussichtlichen Entbindungstermin errechnen. Bei späterer Kenntnis der Schwangerschaft ist dies mitunter sehr viel schwieriger und Anlass zu mancherlei Verunsicherung und zusätzlichen Untersuchungen.

Darüber hinaus sind bestimmte Blutuntersuchungen zum Ausschluss seltener Erkrankungen (Rhesus-Unverträglichkeiten, Antikörper gegen das kindliche Blut, bestimmte Virusinfektionen wie z. B. Röteln etc.) zu bestimmten Zeitpunkten in der Schwangerschaft vorgeschrieben.

Vorgesehen sind bei einem unkomplizierten Schwangerschaftsverlauf bis zum 8. Monat mindestens 4-wöchentliche, bei Blutungen oder sonstigen Komplikationen (z.B. vorzeitige Wehen, ungenügende oder übermässige Gewichtszunahme, Blutdruckveränderungen) zusätzliche Untersuchungen in der Praxis Ihrer betreuen- den Frauenärztin bzw. Ihres betreuenden Frauenarztes. In bestimmten Fällen werden von ihr/ihm verschiedene Untersuchungen veranlasst, wie z. B. die Fruchtwasseruntersuchung bei besonderen Risiken oder erhöhtem Alter der Mutter (35 Jahre und älter) oder spezielle Ultraschalluntersuchungen sowie Untersuchungen bei anderen Fachkollegen.

Nur selten muss zur Abklärung oder Behandlung mancher schwangerschaftsbedingter Erkrankungen auch die Einweisung in ein Krankenhaus veranlasst werden. Bei akuten Beschwerden stehen Ihnen Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt bzw. der ärztliche Notdienst und – sofern diese in Ausnahmefällen nicht erreichbar sind – auch noch der Kreisssaalarzt des Krankenhauses, in dem Sie zu entbinden beabsichtigen, zur Verfügung.

Schwangerschaft ist keine Krankheit! Eine als Krankheit erlebte Schwangerschaft ist selbst ein Krankheitsfaktor, Ursache von komplizierten Schwangerschaftsverläufen und Frühgeburten. Nehmen Sie das Angebot früher und regelmässiger Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen an, indem Sie einen vertrauensvollen Kontakt zu Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt während Ihrer Schwangerschaft aufbauen.

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